Die Gemeinschaft der Heimatfreunde stieg in einen Omnibus um etwas ganz Spezielles über unsere Nachbarn auf der anderen Seite des Rheines zu erfahren. Es ging zur Festungsanlage Hackenberg, einem gut erhaltenen Teil der französischen Maginot-Verteidigungslinie gegen die Deutschen im 2. Weltkrieg. Nach einer in Eigenregie inszenierten Picknickpause ging es hinein in die schaurigfeuche Unterwelt eines kilometerlangen Tunnelsystems, ausgestattet mit allen notwendigen Einrichtung einer kleinen Stadt. Neben den Schießanlagen und Mannschaftsunterkünften sah man Küche, Kranken- und Operationsstationen, Notversorgung für Wasser und Strom sowie einer Schmalspurbahn zum Transport von Munition und Mannschaften. Ein kleines Kriegsmuseum vermittelte Eindrücke über das Leben der Soldaten in den Schützengräben des 2. Weltkrieges.
Die Besichtigung hinterließ bei der Gruppe ein zwiespältiges Gefühl. Einerseits wurde der Irrsinn deutlich, den Misstrauen und Furcht zwischen den Völkern erzeugt, Riesige Geldbeträge und viel geistige wie körperliche Kräfte wurden in vermeintlich unüberwindbare Verteidigungsbunker gesteckt. Anderseits wurde jedoch auch das Gute deutlich, das im Zeitraum eines Menschenlebens gewachsen ist: keine Grenzkontrollen, kein Geldumtausch und zahlreiche lebendigen Partnerschaften zwischen deutschen und französischen Dörfern und Städten.
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